Beschreibung des Anwesens

Ein Müller 1656.

Als Betreiber der Mühle im Erbrecht finden wir Familiennamen wie: Heid (1587-1591), Preuttel, über mehrere Generationen die Familie Tröster, Hessweiler, 1670 nach dem 30jährigen Krieg Stegerlehner (Glaubensflüchtling), Echam, Erhard und die Familie Wurm in vier Generationen.
Mit der Familie Wurm wird die Geschichte dieser Mühle greifbar. In einer Anwesensbeschreibung eines Salbuches, in der Franz Wurm als Müller genannt wird, heißt es „Fuchsmühle, die auch die Nusshackenmühle genannt würdt, an der Roth gelegen“
.

Auf diesem Bild ist deutlich links vom Türstock das alte Mühlengebäude vor dem Anbau durch Aberham Wurm 1742 nach rechts zu erkennen. Bild: Familie Fleischmann.


Weiter werden darin ausgeführt, dass diese Mühle mit Obrigkeit, Eigentum, Reiß (Wehrhoheit), Steuer und Vogtei (Schutz) der Herrschaft zu Heideck gehörte und kirchlich zur Pfarrei Zell. Franz Wurm musste an Abgaben für sein Anwesen an Walburgis (1. Mai) 8 Schillinge, 10 Pfennige, und an Michaelis (29. September) 3 Fastnachtshennen sowie 4 Gulden, 3 Pfund und 22 Pfennige an Geld oder 16 Metzen Korn entrichten. Drei Fastnachtshennen waren damals außergewöhnlich hohe Abgaben für einen Hof. Gewöhnlich musste von jeder Hof- beziehungsweise Feuerstelle (Haushalt) je ein Fastnachtshuhn an die fraischgerichtliche (halsgerichtliche) Obrigkeit entrichtet werden. Später zahlte man, anstatt einer Fastnachtshenne sieben bis acht Denare (Pfennige). Es ist ein Hinweis, dass die Fuchsmühle anscheinend aus drei Anwesen nun zu einem verschmolzen wurde. Das Mühlanwesen bestand damals aus einem Haus, einem Stadel, einem Säghaus. Die Mühle besaß vier Gänge: zwei Mahlgänge (mit je zwei Steinen), eine Zerrennmühle (Eisenerzmühle?) und eine Sägemühle.

Fisch- und Wasserrechte hatte der Fuchsmüller in der Roth und im Laffenauer Wasser, das auch der Seitenbach genannt wird. Der Besitzer der Wiesen im Laffenauer Weg, oberhalb der Säge gelegen, hatte ein Mitwasserrecht. Zum damaligen Zeitpunkt war dies Hannß Gerner in Unterrödel. Dieser durfte, außer es bestand allgemeine Wassernot, von Walburgis bis Michaelis alle Samstage in der Nacht und zusätzlich in der Zwölf Boten-Nacht (15. Juli), das halbe Wasser nehmen, um diese Wiesen zu wässern. Später erfahren wir noch, dass ein Fischrecht strittig wurde zwischen dem Besitzer der Fuchsmühle und dem Anwesen Nr. 6 in Unterrödel (heute Anwesen C 17 des Felix Fleischmann). In der Roth gab es früher Rotaugen, Hasel, Barsche, Hechte, Aalruppen, Aale, Ellen, Weißfische und Krebse. War ein Weiherdamm gebrochen konnte man auch immer wieder Karpfen fangen. Die Fuchsmühle hatte außerdem Forst- und Waldrecht und gab dafür jährlich dreißig Eier zu Ostern und zwei Laib Brot zu Michaelis. Das Weiderecht der Fuchsmühle überschnitt sich zum Teil mit dem der Leute von Hofstetten, der Rothenmühle und von Unterrödel.
Das leider beschädigte Müllerwappen des Aberham Wurm von 1742 über der Haustüre. Auch der Steinmetz hat sich mit GP verewigt. Bild: Manuel Waldmüller.


Aberham Wurm folgte als Erbpächter, der das alte Mühlengebäude nach rechts erweiterte. Er hinterließ mit Stolz ein in Stein gehauenes Müllerwappen mit der Jahreszahl 1742 und seinen Namen über dem Eingang zur Mühle. Unter Franz und Aberham Wurm dürfte die Mühle am größten und prachtvollsten gewesen sein. Es folgte Friedrich Wurm, der die Mühle renoviert hat, seine Initialen und die Jahreszahl 1766 hat er im Türstock verewigt. Die Hofkapelle soll ebenfalls aus dieser Zeit sein. Nach diesem Umbau war das Mühlenwesen der Fuchsmühle im Abnehmen, 1789 hatte sie nur noch zwei Gänge.
Friedrich Wurm hinterließ seine Initialen und die Jahreszahl seines Umbaues 1766 in Stein im Türstock. Bild: Irmgard Prommersberger.


Inzwischen gehörte die Fuchsmühle 1803 zum Landgericht Hilpoltstein und kam 1806 zum Königreich Bayern. Das Landgericht Hilpoltstein wurde dem Rezatkreis angeschlossen. Es folgte als Müller Johann Niclas Hermann. Am 27. August 1811 verkaufte dann Franz Josef Wurm die Mühle mit Säge, 2/3 Zehentrecht an einem Acker, Wohnhaus, Fischhaus, Hopfengärten, Äcker, Wiesen, Wald, Weiden, Weiher, samt Fisch- und Wasserrecht, mit dem gesamten Grundbesitz von 191,05 Tagwerk (über 63 ha), an Mathias Sixt. Im Durchschnitt hatte eine Mühle in Franken in der Zeit von 1810 bis 1814 einen Grundbesitz von 15 bis 30 Tagwerk (5 bis 10 ha). Die Fuchsmühle war somit zu diesem Zeitpunkt eines der großen Mühlenanwesen Frankens. 1820 ist der Ortsteil Fuchsmühle mit zwei Feuerstellen und zwölf Einwohnern sowie 1829/1837 mit einem Haushalt und zehn Bewohnern statistisch erfasst. 1845 führte die Roth ein schweres Hochwasser.
Die Fuchsmühle 1604 auf der Vogelkarte. Mit Weihern, Alt- und Seitenbach. Links die Flur Hämmerle, dort stand damals noch ein Haus.


Eine Mühle war, vom Grundbesitz her, eine bäuerliche Hofstelle unterschiedlicher rechtlicher Qualität. Nach Mathias Sixt erscheint Johann Georg Joerg auf der Mühle, als Besitzer und Betreiber. Von ihm ist ein Katasterauszug aus den Jahren 1857/1861 erhalten. In diesem ist das Mühlgut mit „radizierter Mahl- und Sägegerechtsame“ aufgeführt. Die Fuchsmühle hatte somit genehmigte Rechte. Mühlen waren auch eine sichere Einkommensquelle für die Grundherren. Die Volksrechte der karolingischen Zeit (zum Beispiel die Lex Baiuwariorum) sowie die mittelalterlichen Rechtsbücher und Landfriedensordnungen (das waren Gesetze gegen Rechtsbrüche) zählten Mühlen und Kirchen zu befriedeten Orten. Dass heißt diese Orte sollten gegen jede Gewalttat geschützt sein. Diese Ordnungen bedrohten daher in Mühlen begangene Diebstähle und andere Vergehen mit schwersten Strafen. Der erhöhte Rechtsschutz für Mühlen erklärt sich daraus, dass Mehl Ausgangsstoff für das wichtigste Nahrungsmittel bis heute ist, „unser tägliches Brot“.

Im Mittelalter betrieben die meisten Müller eine sogenannte Bann- oder Zwangmühle. Das Bann- und Zwangrecht (ein Mahlzwang) umfasste das Recht des exklusiven Mühlenbetriebs und sicherte dem Betreiber den Anspruch, dass die Bewohner einer Gemeinde oder eines Landstrichs ihr Getreide nur bei ihm mahlen lassen durften. Der Mahlzwang verpflichtete den Müller jedoch dazu, seine „einheimischen“ Mahlgäste nach der Reihenfolge der Anmeldung und vor fremden Mahlgästen aus anderen Herrschaften zu bedienen.

Neben den Pflug- und Kirchenfrieden ist der Mühlenfrieden in der Heidelberger Handschrift des Sachsenspiegels als Grundpfeiler mittelalterlichen Rechtes dargestellt.


Durch den Katasterauszug des Johann Georg Joerg wurde nun bekannt, dass die früheren Flur-Nummern 594 bis 614 der Steuergemeinde Hofstetten einst den geschlossenen stolzen Haus- und Grundbesitz der Fuchsmühle umfassten. Aus diesem Auszug erfahren wir auch die Flurnamen der Fuchsmühle: Brunnholz, beim Brunnen, im Buck, im Hämmerle, Heuwiese, Hopfengarten, Laffenauer Acker, Laffenauer Holz, obere Mooswiese, Sägwiese, Schoberacker, Schoberholz, Schoberweiher, in der Rothenfurt, Spitzacker, Holz bei der alten Weiherwiese, alte Weiherwiese und Viehweide in der unteren Rothfurth.
Der über 60 ha große Besitz der Fuchsmühle zur Zeit des Johann Georg Joerg 1857/1861 ist auf dem Flurplan rot umrandet.


Der Flurname „Hämmerle“ und eine alte Kartenansicht von 1604 lassen gewerbliche Verhältnisse in seinem Bereich vermuten. Es stand 1604 dort ein Gebäude und wahrscheinlich wurde ein kleiner Eisenhammer am Wasser betrieben. Der Hammer scheint eingegangen und zum Besitz der Fuchsmühle gekommen zu sein. Der „Schober Acker, Schober Holz und Schober Weiher“, weisen ebenfalls auf eine frühere Wirtschaftseinheit hin. Eventuell gehörte diese einem Mitglied der Hammermeisterfamilie Schober, die im 16. Jahrhundert in unserer Gegend weit verbreitet war.